Am 6. Februar lud die CDU Weststadt/Südstadt/Bergheim zu einer Podiumsdiskussion zum breit diskutierten Thema „Verlagerung des Betriebshofs“, z.B. an den Ochsenkopf zwischen Bergheim und Wieblingen, ein.

Das Podium war mit Jürgen Odszuck (Erster Bürgermeister der Stadt Heidelberg), Michael Braum (Geschäftsführender Direktor der IBA Heidelberg), Thorsten Erl (Metris Architekten), Thomas Morr (Vorsitzender Stadtteilverein Bergheim) und Rainer Zawatzky vom BUND Heidelberg hochkarätig besetzt. Entsprechend gut besucht war die Veranstaltung indes gleichfalls, es waren rund 60 Gäste anwesend.

Der Titel des Veranstaltungsberichts in der Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ vom 08.02.17) lautete: „Vertane Jahrhundertchance?“ und entsprechend klar äußerte sich auch Michael Braum: Es habe ihn „sprachlos“ gemacht als er gehört habe, dass es Stadträte gäbe, die den Betriebshof am jetzigen Standort belassen wollten. Dass das Betriebshofsgelände für die Entwicklung Bergheims große Chancen biete, war im Podium unwidersprochen. Odszuck, Braum und Erl sprachen sich klar für eine Verlagerung auf den Ochsenkopf aus; Morr befand, der Betriebshof solle auf einen Standort außerhalb des durch den Verkehr sowieso schon merkbar belasteten Stadtteils Bergheim verschwinden. Zawatzky sprach sich für den Erhalt der Grünfläche aus: Im Klimagutachten der Stadt Heidelberg sei die Bedeutung der über dem Ochsenkopf stattfindenden Luftströme klar nachgewiesen, Stadtentwicklung solle auf den bereits versiegelten Flächen stattfinden.

Jürgen Odszuck allerdings verwies auf die am Ochsenkopf möglicherweise entstehenden öffentlichen Freiraumqualitäten: Er schlug vor, auf 40 % des jetzigen Betriebshofgrundstücks Freiflächen vorzusehen; netto würde das nach Abzug der Wegeflächen öffentlich zugängliche Grünflächen von etwa 8.000 qm im Mittelpunkt des Stadtteils (und nicht etwa neben einer Bahntrasse wie im Ochsenkopf) bedeuten.

Aus dem Publikum kam die Frage nach den Plänen für einen überbauten Betriebshof am jetzigen Gelände auf, die mit großem Aufwand und Bürgerbeteiligung erarbeitet worden waren. Dazu meinte Jürgen Odszuck: „Von diesen Plänen muss man sich final verabschieden“. Da sich die Fördersituation in den letzten Jahren geändert habe, könne nur noch ein Bruchteil der damals eingeplanten Mittel verbaut werden, was da Konzept hinfällig mache.

Im Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss fiel knapp eine Entscheidung für den Betriebshof in Bergheim – und damit auch gegen die „Jahrhundertchance“. Am 16. Februar 2017 ist der Gemeinderat mit großer Mehrheit dem Antrag der SPD-Fraktion gefolgt, noch keine endgültige Entscheidung zu treffen, sondern zunächst ein Planungskonzept für die Grünflächen in Bergheim(-West) zu erstellen. Während dieses Verfahrens sollen die Planungen der RNV für eine Verlegung an den sog. „großen Ochsenkopf“ weitergehen. Konkret bedeutet dies: sollte dann die Entscheidung für den Ochsenkopf fallen, wäre kaum Zeit verloren gegangen. Das ist ein großer Erfolg für die CDU, denn damit stehen die Chancen für eine Verlegung des Betriebshofs an den Ochsenkopf sehr gut, wohingegen es vor wenigen Tagen noch so aussah, als würde eine Entscheidung für einen Ausbau am jetzigen Standort fallen.